Die Lage in Zahlen: 70.000 bis 120.000 fehlen. Und es wird mehr.

Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung hat am 28. Januar 2026 seinen Aktionsplan Fahrermangel vorgestellt. Vorstandssprecher Dirk Engelhardt nennt 120.000 fehlende Berufskraftfahrer als obere Grenze. Die Verbände-Initiative aus elf Wirtschaftsverbänden setzt 70.000 als untere Schwelle. Beides sind Stand 2026. 2018 lag die Lücke noch bei 40.000. In acht Jahren hat sie sich verdoppelt.

Die Tagesschau hat im Dezember 2025 die 120.000 zitiert. Eurotransport hat im Januar 2026 mit 70.000 nachgezogen. Für Sie als Speditions-Inhaber heißt das: Egal welche Zahl Sie nehmen, der Markt ist leer.

Fehlende Berufskraftfahrer Deutschland 2026 (BGL / Verbände-Initiative)
100.000 - 120.000
Aktive LKW-Fahrer ab 55 Jahren
39 %
Vakanzkosten pro unbesetzter LKW-Stelle und Jahr (LKW-Studie)
22.016 €
Quellen: BGL Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik Entsorgung (Aktionsplan 28.01.2026), Tagesschau 12/2025, Eurotransport 01/2026, KOFA-Engpassanalyse 2024, LKW-Studie Cost of Vacancy.

Die Demographie ist gesetzt. 39 Prozent der Berufskraftfahrer in Deutschland sind über 55 Jahre alt. Das Kraftfahrt-Bundesamt zählt rund eine Million ausgebildete Fahrer im Alter 45 plus. Pro Jahr gehen 30.000 in Rente. Nachwuchs kommt mit 15.000 bis 17.000 Einsteigern. Die Differenz von rund 15.000 fehlenden Fahrern netto pro Jahr ist keine Konjunktur-Schwäche. Das ist Strukturwandel, der in zehn bis fünfzehn Jahren noch dramatischer wird, wenn die heutigen 55-Jährigen geschlossen ausscheiden.

Renteneintritte LKW-Fahrer pro Jahr
30.000 / Jahr
Neueintritte LKW-Fahrer pro Jahr
15.000 - 17.000 / Jahr
Quellen: BGL, KOFA-Engpassanalyse, IRU 2025. Netto-Fehlbedarf rund 15.000 Fahrer pro Jahr.

Drei Ursachen, die den Mangel strukturell zementieren

Demographie

39 Prozent der Fahrer sind 55 plus. 30.000 gehen pro Jahr in Rente, nur 15.000 bis 17.000 steigen ein. Netto fehlen rund 15.000 Fahrer pro Jahr, strukturell, nicht konjunkturell.

Image und Bedingungen

Heimreise-Frequenz, Disposition, Truck-Alter. Was der Bewerber 2026 erwartet, liegt oft unter dem, was Speditionen tatsächlich bieten. Das Bauchgefühl beim Anruf entscheidet.

Lohn unter Tarif

Tarif Spedition NRW liegt ab Oktober 2026 bei 15,71 bis 16,97 Euro. Wer drunter zahlt, fällt im Recruiting durch, bevor er im Telefonat sitzt. Bewerber vergleichen vor dem Anruf.

Schauen Sie auf Bayern: Allein dort fehlen Stand Januar 2026 zwischen 9.000 und 10.000 Fahrer. Der Bayerische Rundfunk hat die Zahl gebracht. In Nordrhein-Westfalen sieht es ähnlich aus.

Auf EU-Ebene ist die Lage gleich. Die International Road Transport Union meldet für 2025 eine Realquote von 12,1 Prozent unbesetzten LKW-Fahrer-Positionen EU-weit. Das sind etwa 500.000 offene Stellen. 2024 waren es 426.000, eine Verdopplung gegenüber 2023. Der IRU-Report Triple-by-2026 prognostiziert: Wenn keine wirksamen Maßnahmen greifen, sind 2026 bis zu 60 Prozent der Positionen unbesetzt. Das ist eine Prognose, kein Fakt. Aber die Richtung ist klar.

Was bedeutet das konkret für Ihre Spedition? Eine LKW-Studie aus der Branche rechnet die Kosten einer unbesetzten Fahrer-Stelle mit 22.016 Euro pro Jahr. Das sind im Schnitt 1.835 Euro pro Monat. Im akuten Tour-Verlust-Fall, wenn Sie die Wechselbrücke nicht bewegt bekommen, sind es schnell 2.600 Euro pro Woche. Die Bundesagentur für Arbeit nennt 166 Tage als Durchschnitts-Vakanzzeit für Fachkräfte. Bei Berufskraftfahrern ist es im Engpass-Index der KOFA noch enger: 4.508 fehlende Fachkräfte direkt im BKF-Bereich, 30.000 unbesetzte Stellen im gesamten Verkehrs- und Logistik-Sektor (Stand 07/2023 bis 06/2024).

Ein Detail, das in Branchen-PDFs gerne untergeht: 17 Prozent der EU-LKW-Fahrer-Belegschaft geht bis 2029 in Rente. Das ist nicht "in Zukunft mal", das sind die nächsten drei bis vier Bilanzen. Wer heute auf eine Trendumkehr wartet, wartet auf eine, die nicht kommt. Die einzige Stellschraube, die Sie in Ihrer Disposition selbst bedienen können, ist Ihre Recruiting-Praxis und Ihr Lohngefüge.

Was kostet Ihre unbesetzte LKW-Fahrer-Stelle Sie konkret?
Tour-Deckungsbeitrag, Vakanz-Wochen, Folgekosten. Der Vakanzkostenrechner liefert Ihnen die Zahl in 60 Sekunden, mit Quellen.
Vakanzkostenrechner →

Warum die meisten den Mangel falsch lesen

Wenn Sie die Top-10 bei Google zu "LKW-Fahrermangel" durchklicken, lesen Sie immer dasselbe. Verbands-Pressemitteilungen mit der Lage-These. Branchen-Magazine mit Lösungs-Listen, die "bessere Bedingungen, Wertschätzung, Image" durchdeklinieren. Und einen Bundes-PDF, der seit Jahren dieselben Forderungen aufstellt.

Was niemand schreibt: Der Mangel ist auch eine Verhandlungsmacht. Frachtraten ziehen 2026 mit. Wenn Spediteure ihre Touren wegen Fahrermangel nicht bedienen können, akzeptiert der Markt höhere Preise. Wer den Fahrer hat, kann diese höheren Preise verlangen. Wer ihn nicht hat, profitiert vom Pricing nicht. Im Gegenteil: Er zahlt drauf, weil die Wechselbrücke steht.

Die übliche Lese-Art im Mittelstand klingt so: "Wir können nicht mehr zahlen, weil unsere Margen schon dünn sind." Diese Aussage stimmt fast nie, wenn man sie ehrlich rechnet. Sie stimmt vor allem dann nicht mehr, wenn die Alternative ist, dass die Stelle leer bleibt.

Drei Standard-Reaktionen, die nicht funktionieren

Nur jammern

Hilft nicht, kostet aber Energie und Mitarbeiter-Stimmung. Bringt keinen einzigen Bewerber rein.

Nur Image-Kampagne

Plakate "LKW-Fahrer ist ein toller Beruf" ändern nichts an dem, was der Bewerber tatsächlich beim Anruf hört.

Nur Lohn-Diskussion

Mehr Lohn allein reicht nicht. Der Bewerber will wissen: Wann bin ich daheim, wie ist der Disponent drauf, wie alt ist der LKW.

Die echte Frage ist nicht "Was kostet mehr Lohn?". Die echte Frage ist "Was kostet kein Lohn-Update plus eine unbesetzte Tour?". Die zweite Zahl ist immer größer.

Status quo vs. was Speditionen jetzt ändern müssen

Status quo (verliert 2026)
Lohn Unter Tarif, "geht schon"
Recruiting-Kanal Stellenbörse plus Empfehlung
Anzeige Floskeln, "dynamische Familie"
Telefon-Quali Drei Tage bis Erstkontakt
Onboarding "Macht der Disponent nebenbei"
Was 2026 funktioniert
Lohn Auf Tarif, ehrlich kommuniziert
Recruiting-Kanal Facebook Lead Form mobile-first
Anzeige Tour, Heimreise, Lohn, Truck konkret
Telefon-Quali Innerhalb 24 Stunden, Senior-Niveau
Onboarding Strukturiert, 90 Tage, eigene Seite

Lohn-Mathematik 2026: Mehr zahlen ist 5 bis 6 mal billiger als Vakanz

Ab 1. Januar 2026 liegt der Mindestlohn bei 13,90 Euro pro Stunde. 2027 steigt er auf 14,60 Euro. Der Tarif Spedition Nordrhein-Westfalen ist im Oktober 2026 auf 15,71 Euro die Stunde in der Einstiegs-Stufe gestiegen, die Erfahrungs-Stufen reichen bis 16,97 Euro. 8,5 Prozent der Logistik-Beschäftigten verdienten Stand 2025 unter 13,90 Euro. Diese Stellen sind direkt vom Mindestlohn-Anstieg betroffen.

Wenn Sie unter Tarif zahlen, fallen Sie im Recruiting durch, bevor Sie überhaupt in einem Bewerber-Gespräch sitzen. Bewerber vergleichen heute vor dem Anruf. Sie kennen die Tarife, sie kennen den Mindestlohn, sie kennen die Konkurrenz in der Region.

Die Rechnung, die viele Inhaber nicht durchziehen

Sie erhöhen den Stundenlohn für eine Fahrer-Stelle um etwa 1,75 Euro. Das sind bei einer 40-Stunden-Woche rund 300 Euro mehr im Monat brutto. Auf das Jahr gerechnet 3.600 Euro mehr Lohnkosten plus Lohnnebenkosten, sagen wir grob 4.500 bis 5.000 Euro Mehraufwand.

Was kostet die unbesetzte Stelle daneben?

Mehr-Lohn-Investment
Jährliche Mehrkosten (300 € / Monat brutto) 3.600 €
Plus Lohnnebenkosten ~ 900 - 1.400 €
Gesamter Mehraufwand pro Jahr 4.500 - 5.000 €
Effekt Stelle besetzt, Tour läuft
Vakanzkosten unbesetzte Stelle
Vakanzkosten Schnitt (LKW-Studie) 22.016 € / Jahr
Pro Monat ~ 1.835 €
Akuter Tour-Verlust ~ 2.600 € / Woche
Ratio Vakanz vs. Mehr-Lohn 5 - 6 x teurer
Bottom Line

Mehr-Lohn ist 5 bis 6 mal billiger als die unbesetzte Stelle. Und das ist nur die direkte Rechnung. Dazu kommen Folgeschäden: Überstunden bei den verbliebenen Fahrern, schlechtere Stimmung, höhere Fluktuation. Headhunter on top: 27,8 Prozent vom Jahresgehalt pro Hire (BDU). Bei 40.000 bis 45.000 Euro Fahrer-Gehalt sind das 8.000 bis 13.500 Euro extra ohne Onboarding und ohne Garantie.

Konkretes Beispiel aus meiner Praxis

Bei Logistik-KMU, Stelle im Norden, haben wir eine LKW-Fahrer-Position für High-Tech-Transporte besetzt. Anforderungen waren CE plus Schlüssel 95 plus Deutsch C1 plus Hochwertgut-Erfahrung, also keine Massen-Stelle. Logistik-KMU zahlt 3.000 bis 3.600 Euro plus 13. Gehalt, das ist deutlich oberhalb des regionalen Branchen-Schnitts. In Monat 1 (18. Februar bis 18. März 2026) kamen 53 Bewerbungen rein bei 950 Euro Werbebudget. Davon zwei Einstellungen. Cost-per-Hire: 475 Euro. Der Cost-per-Lead lag bei 20 Euro. Der Branchen-Schnitt für Recruiting-Leads in der Logistik bewegt sich zwischen 45 und 65 Euro.

Anders gesagt: Logistik-KMU zahlt mehr Lohn, bekommt dafür mehr und bessere Bewerber, und der Hire-Preis liegt unter einem Tausendstel dessen, was ein Headhunter dafür will. Das ist die Rechnung, die der Reframe meint.


Wo Bewerber 2026 wirklich suchen. Und wo nicht mehr.

Klassische Stellenbörsen-Indizes haben 2024 und 2025 ein Minus von rund 12 Prozent bei Stellenanzeigen gezeigt. Das ist nicht Ihre Spedition, das ist Markt-Normalisierung. Klassische Job-Portale verlieren bei Berufskraftfahrern an Wirkung, weil die Zielgruppe woanders ist.

Berufskraftfahrer sind zu 90 bis 95 Prozent Mobile-Nutzer. Smartphone als primäres Gerät. Facebook ist die zentrale Plattform, dazu kommen WhatsApp- und Telegram-Gruppen, in denen Fahrer Touren tauschen, sich über Spediteure austauschen und Stellen weiterleiten. Wer 2026 noch die volle Recruiting-Wette auf Stellenbörsen plus Mitarbeiter-Empfehlung legt, lässt 80 Prozent des Bewerber-Marktes liegen.

Was funktioniert in der Logistik 2026

Lead Form direkt in Facebook

Drei bis fünf Felder direkt im Feed, kein externer Funnel. Schlägt klassische Bewerbungs-Funnel in der Conversion um den Faktor 3 bis 5.

Kurze, mobile Anzeige

Keine Romane. Tour-Profil in zwei Sätzen, Lohn als Bandbreite, Heimreise-Frequenz konkret.

Telefon-Quali in 24 Stunden

Wer drei Tage zum Anruf braucht, verliert den Bewerber. Heute Interesse, morgen drei andere Angebote.

Sprache, die wie ein Fahrer klingt

Disposition, Tour, Fuhrpark, Heimreise, Wechselbrücke. Nicht "innovative HR-Dienstleistungen für mobile Talente".

Tipp aus 85 Kampagnen

Bei Logistik-KMU hat ein Senior-Berater mit 40 Jahren Berufserfahrung in der Logistik die Telefon-Quali übernommen. Das ist kein Zufall: Wer mit Fahrern auf Augenhöhe sprechen kann (Tour, Wechselbrücke, Schlüssel 95, Fahrtenschreiber), filtert anders als ein 25-jähriger HR-Praktikant von außen. Die Funnel-Daten aus dem Logistik-Case: Cost-per-Lead 20 Euro, 51 Prozent Telefon-Quali-Rate, 4 Prozent Hire-Rate auf Lead. Saubere Persona-Arbeit plus Plattform-Wahl plus 24-Stunden-Quali.

Wie viele qualifizierte Bewerber bringt Ihr Setup pro Monat?
60 Sekunden, vier Fragen, konkrete Prognose direkt auf dem Bildschirm. Mit Vergleichszahlen aus über 85 Kampagnen seit 2024.
KI-Mitarbeiterprognose →

Onboarding: Die Bindungs-Hälfte des Reframe

Sie haben einen Fahrer eingestellt. Sie haben das Vakanzkosten-Loch geschlossen. Sie haben den Mehr-Lohn refinanziert. Und dann steigt der Neue im dritten Monat aus.

Das ist der zweite Vakanzkosten-Schub, den viele Inhaber unterschätzen. Probezeit-Abbruch heißt: Sie sind wieder bei Null. Recruiting nochmal, Einarbeitung nochmal, Tour-Disposition nochmal anpassen. Die 22.016 Euro Vakanzkosten zahlen Sie ein zweites Mal.

Was bindet einen Fahrer wirklich?

Lohn ist Eintrittskarte, nicht Bindung. Wer mit Lohn lockt und ohne Struktur einarbeitet, verliert den Fahrer wieder, sobald der nächste Anruf kommt. Bindung kommt aus drei Dingen, die alle wenig kosten und viel bringen:

  1. Klarer Erwartungs-Rahmen für die ersten 90 Tage. Was passiert in Woche 1, Woche 4, Woche 12? Welche Touren übernimmt er wann, wer ist Ansprechpartner, wann gibt es das erste Feedback-Gespräch.
  2. Ein 45-Tage-Feedback-Gespräch, das nicht "Wie läuft's?" heißt. Sondern strukturiert: Was funktioniert, was nicht, was hätten Sie sich anders erwartet, was würden Sie ändern. Das fängt Frustration ab, bevor sie zur Kündigung wird.
  3. Sichtbares Onboarding-Material. Eine eigene Mitarbeiter-Onboarding-Seite mit Willkommen, Aufgaben-Checkliste, Ansprechpartnern, 30-60-90-Tage-Modulen. Der Fahrer sieht: Hier hat sich jemand Mühe gegeben. Das wirkt.

Bei einem Pilot-Kunden in der Steuerfach-Branche läuft seit März 2026 eine eigene Onboarding-Landingpage pro Hire. Modular aufgebaut, individuell pro Stelle, fertig in unter einer Stunde. Das ist günstige Bindungs-Versicherung gegen den Probezeit-Abbruch. Für die Logistik gilt dasselbe Prinzip: Eine Seite, auf der der neue Fahrer in Woche 1 nachschlagen kann, wer der Disponent für seine Tour ist, wo die Wechselbrücken stehen, welche Tankkarten es gibt, wie der Urlaubsantrag läuft. Klingt banal. Verhindert in Praxis zwei von drei Probezeit-Abbrüchen, die aus "ich wusste nicht, wie ich was anpacke" entstehen.

In meinem Buch Der Bewerber-Code beschreibe ich den Onboarding-Baustein als Teil der dritten Säule des 90-Tage-Fachkraftsystems, in dem auch ein 90-Tage-Fluktuationsschutz steckt: Kündigt der Mitarbeiter innerhalb 90 Tagen aus Gründen, die nicht beim Arbeitgeber liegen, gibt es eine kostenfreie Nachbesetzung. Diese Versicherung kommt nur dann nicht zum Tragen, wenn das Onboarding sauber läuft. Genau dafür ist es da.


3 Schritte, die Sie heute angehen können

Lange Strategie-PDFs liest niemand zu Ende. Hier sind drei konkrete Schritte, mit denen Sie diese Woche anfangen können.

Hebel 1: Lohn-Stand prüfen

Tarif Spedition Ihrer Region ziehen, ehrlich vergleichen. Unter Tarif heißt: Recruiting-Hebel greift erst, wenn die Lohn-Lücke geschlossen ist.

Hebel 2: Vakanzkosten rechnen

Tour-Deckungsbeitrag minus variable Kosten geteilt durch Wochen. Wenn Sie die Zahl haben, wird die Lohn-Frage kleiner und die Recruiting-Frage größer.

Hebel 3: Anzeige ehrlich

Tour-Profil in zwei Sätzen, Lohn als Bandbreite, Anforderungen klar (CE, Schlüssel 95, ggf. ADR), Ansprechpartner mit Telefonnummer. Mobile-tauglich, AGG-konform.

Schritt 1: Lohn-Stand ehrlich prüfen

Ziehen Sie den Tarif Spedition Ihrer Region (NRW als Referenz: 15,71 bis 16,97 Euro pro Stunde ab Oktober 2026). Vergleichen Sie mit dem, was Sie heute zahlen. Wenn Sie unter Tarif liegen, ist das Ihr Problem Nummer eins. Kein Recruiting-Hebel der Welt holt das raus, was eine Lohn-Lücke an Bewerbern abschreckt.

Schritt 2: Vakanzkosten konkret rechnen

Nehmen Sie eine unbesetzte Stelle, rechnen Sie den Tour-Deckungsbeitrag minus variable Kosten, geteilt durch die Wochen. Wenn Sie den Wert kennen, wird die Lohn-Frage kleiner und die Recruiting-Frage größer. Den Vakanzkostenrechner finden Sie unten.

Schritt 3: Eine ehrliche Stellenanzeige formulieren

Nicht "Wir suchen einen Mitarbeiter (m/w/d) für unsere dynamische Logistik-Familie". Sondern: Tour-Profil in zwei Sätzen (Region, Tagestour oder Wechselbrücke, Heimreise-Frequenz), Lohn als Bandbreite, Anforderungen klar (CE, Schlüssel 95, ggf. ADR oder Tank), Ansprechpartner mit Telefonnummer.

Wenn diese drei Hausaufgaben gemacht sind, ist Recruiting die nächste Stufe. Vorher zahlen Sie für jeden Lead drauf, weil das Fundament fehlt.

Selbstprüfung in fünf Fragen

  1. Ist meine Lohn-Stufe konkurrenzfähig zum Tarif?
  2. Ist mein Tour-Profil ehrlich kommuniziert (Heimreise-Frequenz konkret)?
  3. Ist meine Stellenanzeige mobile-tauglich und AGG-konform?
  4. Kann ich Telefon-Vorquali innerhalb 24 Stunden leisten?
  5. Habe ich einen strukturierten Onboarding-Plan für die ersten 90 Tage?
Auswertung

Fünf von fünf "Ja" heißt: Recruiting kann jetzt loslegen. Drei von fünf heißt: Erst die Lücken schließen, dann Werbebudget rein. Sonst verbrennen Sie Geld, das Ihre Vakanzkosten ohnehin schon fressen.